Die fünf besten Tipps bei Schreibhemmungen

Wer kennt das nicht: Ein Text will geschrieben werden, die Finger schweben startbereit über der Tastatur, doch das Hirn ist leer. Allenfalls irrlichtert ein Schlusssatz herum, ganz allein auf weiter Flur.

Davor ist leider kein Schreibender gefeit, die Schreibhemmung kann sich heranpirschen, wenn schon 90 Prozent des Romans in trockenen Tüchern sind oder beim ersten Satz der Einleitung. Sowohl bei sachlichen Werbetexten kann sie zuschlagen wie bei gefühlvoller Prosa.

Meist ist zu großer Druck die Ursache. Wenn das Hirn unter Druck kommt, mag es nicht mehr kreativ sein. Was tun? Wie kommt wieder Bewegung in das erstarrte System? Zum Glück gibt es einfache Möglichkeiten, sich und sein Hirn zu überlisten.

Bewegung und Entspannung!

Verlassen Sie den Schreibtisch! Setzen Sie sich selbst in Bewegung, dann wird das Hirn folgen. Ideen wachsen durch laufen und gehen. Sehr bewährt haben sich auch Haushaltstätigkeiten: spülen, staubsaugen und Fenster putzen. Das wirkt sich gleich doppelt positiv aus. Auch ein Vollbad kann Wunder wirken – ebenso wie Schlaf. Stellen Sie sich den Wecker auf 20 Minuten, lenken Sie sich vor dem Einschlafen nicht ab, das Hirn wird sich um Ihr Schreibproblem kümmern, während Sie schlafen.

Kommunikation:

Reden Sie mit anderen über den Text, den Sie schreiben wollen. Dies kann schriftlich (per Mail) oder mündlich geschehen. Schildern Sie das Drumherum, die Szene, Ihr Ziel, den Aufbau. Sie können den Text auch in Grund und Boden verdammen und jeden einzelnen Fehler in Struktur und Stil aufgreifen. In jedem Fall stellen Sie damit einen Abstand zwischen sich und dem Text her und können aus dieser Position heraus wieder frisch einsteigen.

Ein Saatbeet:

Ein hehres Ziel ist es, dass der Text schon beim ersten Wurf perfekt ist. Die Momente, in denen das gelingt, kann man sich golden im Kalender umkringeln. In der Regel schüchtert dieser Anspruch eher ein. Lassen Sie die Luft raus und gestatten Sie sich, Ideen wachsen zu lassen. Für einen Klappentext beispielsweise können Sie sieben Versionen schreiben und dann die mittlere nehmen. Die ersten Texte sind oft zu konventionell, die letzten zu abgedreht.

Écriture automatique:

Ziehen Sie das Schreiben vom Anfangssatz aus durch. Machen Sie keine Pause, lesen Sie nicht erneut den Anfang, korrigieren Sie keine Fehler! Die Bearbeitung des ganzen Textes erfolgt erst später, nachdem er mindestens eine halbe Stunde ruhen durfte. Diese Methode ist 30 Prozent effektiver als gleich „richtig“ schreiben zu wollen.

Tanken Sie Stil!

Das Priming von Grammatik und Syntax geschieht durch die Lektüre von sehr guten Texten. Beispiele sind zu finden bei Franz Kafka, Egon Erwin Kisch, Shakespeare. Doch passen Sie auf, dass Sie nicht in der Lektüre versinken, sondern nur tanken.

Der am Textanfang herumlichternde Schlusssatz hat sich jetzt bedauerlicherweise verzogen. Sei’s drum – Sie wissen ja nun, wie Sie mit Ihren Schreibhemmungen klar kommen. Und ich gehe staubsaugen.

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